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Man spielt nicht mit der Liebe

On ne badine pas avec l’amour


Alfred de Musset

Bühnenfassung und Übersetzung aus dem Französischen von Sigrid Behrens


3 D | 4 H
Chor, Bauern, Diener

Der Baron möchte seinen Sohn Perdican mit dessen Cousine Camille verheiraten. An sich spricht nichts dagegen, denn früher konnten sich beide gut leiden, jetzt sind sie in heiratsfähigem Alter und noch ungebunden. Doch ein erstes Treffen läuft mehr als nur enttäuschend ab: Während Perdican Bereitschaft zeigt, Camille zu heiraten, reagiert letztere unterkühlt und abweisend. Dass die Erzieher Dame Pluche und Meister Blasius sowie nicht zuletzt der Pfarrer Meister Bridaine auch noch ihren Senf dazu geben, macht die Sache nicht einfacher. Camille erklärt ihre Absicht, ins Kloster zu gehen, und Perdican fasst den Plan Camille mit der naiven Rosette eifersüchtig zu machen. Jener verspricht er kurzerhand die Hochzeit und nimmt dabei in Kauf, dass das Mädchen zum Gespött der Leute wird. Als sich Camille und Perdican schließlich aussprechen und sich doch ihre Gefühle füreinander eingestehen, hat das tragische Konsequenzen.

Sigrid Behrens hat MAN SPIELT NICHT MIT DER LIEBE (3 D | 4 H) des Romantikers Alfred de Musset eindrücklich neu gefasst: Wortwitz wechselt da mit sprachlichem Taumel, trockene Bonmots mit hintersinniger Poesie. Bereits zum Lesen ist die Übertragung und Neufassung des Werkes von 1834 eine wahre Freude. Das Original des Lustspiels mit tragischem Ende ist auch als Abrechnung des Autors mit seiner kurzen Romanze mit der Autorin George Sand zu sehen.

 

Sprichworte sind etwas Feines. Wir ignorieren sie pausenlos, allein um des Vergnügens Willen, ihren Wahrheitsgehalt zu bekräftigen. Im Sinne von: Was hab ich gesagt? Mit der Liebe spielt man nicht! Reden könnt ihr später, nur schweigen ist Gold! Ach, und du da, Dramatiker, der du bist, kill mal deine Darlings, so kommst du doch nie auf den Punkt!

Alfred de Musset, daran habe ich keinen Zweifel mehr, ist einer von uns. Romantiker, der er ist, in Liebesdingen tief getroffen (Danke, George Sand), spielt er, redet er, lässt reden und bringt die Falschen um die Ecke. Verpackt seine Abrechnung in ein launiges Kammerspiel, mit präzisen Symmetrien, was Aufbau, Schauplätze und Figurenkonstellationen betrifft; zieht – Poet, der er ist – das gesprochene Wort der Handlung vor; behauptet ein Experiment, das in seiner vermeintlichen Harmlosigkeit lange an Marivaux gemahnt. Bis plötzlich alles gesagt ist und gar nichts mehr, wie es vorher war. Keiner ist glücklich, dafür jeder irgendwie tot; der Vorhang fällt, guillotinengleich, und das mit der Zukunft hat sich erledigt. Dramatikerin, die ich bin, haut mich das um. Und steigert mein Fassungsvergnügen ins Unermessliche. Solche Texte will ich, solche, die witzig sind, schlagfertig, erschütternd, kompromisslos und klug. Die sich selbst vorführen. Die auch heute noch, bald 200 Jahre nach ihrer Entstehung, nichts von ihrer Wahrheit eingebüßt haben. Mit der Liebe zu spielen, das habe ich mir abgewöhnt, bringt nur Ärger. Dafür spiele ich jetzt mit Musset. Ich liebe es. -- Sigrid Behrens, 2016

Premiere 21.01.2017 am Schleswig-Holsteinischen Landestheater

(Regie: Wolfram Apprich)

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Relation zum Titel Man spielt nicht mit der Liebe
URL part man-spielt-nicht-mit-der-liebe
Subtitel
Originaltitel On ne badine pas avec l’amour
Coautoren
Uebersetzung Bühnenfassung und Übersetzung aus dem Französischen von Sigrid Behrens
Bearbeiter
Komponist
Genre
Subverlaginfo
Damen 3
Herren 4
Ergaenzung Chor, Bauern, Diener
Anmerkungen Premiere 21.01.2017 am Schleswig-Holsteinischen Landestheater (Regie: Wolfram Apprich)
Einleitung Der Baron möchte seinen Sohn Perdican mit dessen Cousine Camille verheiraten. An sich spricht nichts dagegen, denn früher konnten sich beide gut leiden, jetzt sind sie in heiratsfähigem Alter und noch ungebunden. Doch ein erstes Treffen läuft mehr als nur enttäuschend ab: Während Perdican Bereitschaft zeigt, Camille zu heiraten, reagiert letztere unterkühlt und abweisend. Dass die Erzieher Dame Pluche und Meister Blasius sowie nicht zuletzt der Pfarrer Meister Bridaine auch noch ihren Senf dazu geben, macht die Sache nicht einfacher. Camille erklärt ihre Absicht, ins Kloster zu gehen, und Perdican fasst den Plan Camille mit der naiven Rosette eifersüchtig zu machen. Jener verspricht er kurzerhand die Hochzeit und nimmt dabei in Kauf, dass das Mädchen zum Gespött der Leute wird. Als sich Camille und Perdican schließlich aussprechen und sich doch ihre Gefühle füreinander eingestehen, hat das tragische Konsequenzen.
Haupttext <p>Sigrid Behrens hat MAN SPIELT NICHT MIT DER LIEBE (3 D | 4 H) des Romantikers Alfred de Musset eindrücklich neu gefasst: Wortwitz wechselt da mit sprachlichem Taumel, trockene Bonmots mit hintersinniger Poesie. Bereits zum Lesen ist die Übertragung und Neufassung des Werkes von 1834 eine wahre Freude. Das Original des Lustspiels mit tragischem Ende ist auch als Abrechnung des Autors mit seiner kurzen Romanze mit der Autorin George Sand zu sehen. </p><p></p><blockquote><p>Sprichworte sind etwas Feines. Wir ignorieren sie pausenlos, allein um des Vergnügens Willen, ihren Wahrheitsgehalt zu bekräftigen. Im Sinne von: Was hab ich gesagt? Mit der Liebe spielt man nicht! Reden könnt ihr später, nur schweigen ist Gold! Ach, und du da, Dramatiker, der du bist, kill mal deine Darlings, so kommst du doch nie auf den Punkt! Alfred de Musset, daran habe ich keinen Zweifel mehr, ist einer von uns. Romantiker, der er ist, in Liebesdingen tief getroffen (Danke, George Sand), spielt er, redet er, lässt reden und bringt die Falschen um die Ecke. Verpackt seine Abrechnung in ein launiges Kammerspiel, mit präzisen Symmetrien, was Aufbau, Schauplätze und Figurenkonstellationen betrifft; zieht – Poet, der er ist – das gesprochene Wort der Handlung vor; behauptet ein Experiment, das in seiner vermeintlichen Harmlosigkeit lange an Marivaux gemahnt. Bis plötzlich alles gesagt ist und gar nichts mehr, wie es vorher war. Keiner ist glücklich, dafür jeder irgendwie tot; der Vorhang fällt, guillotinengleich, und das mit der Zukunft hat sich erledigt. Dramatikerin, die ich bin, haut mich das um. Und steigert mein Fassungsvergnügen ins Unermessliche. Solche Texte will ich, solche, die witzig sind, schlagfertig, erschütternd, kompromisslos und klug. Die sich selbst vorführen. Die auch heute noch, bald 200 Jahre nach ihrer Entstehung, nichts von ihrer Wahrheit eingebüßt haben. Mit der Liebe zu spielen, das habe ich mir abgewöhnt, bringt nur Ärger. Dafür spiele ich jetzt mit Musset. Ich liebe es. -- Sigrid Behrens, 2016</p></blockquote>
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