PREMIEREN
Aktuelle Premieren

Deutsches Schauspielhaus Hamburg

Valentin. Eine komische Oper

Karl Valentin

Premiere: 28.05.2017

Musik: Michael Wertmüller

Regie: Herbert Fritsch

Ernst Deutsch Theater Hamburg

Der Widerspenstigen Zähmung

The Taming of the Shrew

William Shakespeare

Volker Lechtenbrink

Premiere: 16.03.2017

Regie: Volker Lechtenbrink

Art For Future

Humankapital

Stefan Nolte

Jörn J. Burmester

Premiere: 22.02.2017

Schlosstheater Moers

Die Toten

The Dead Inc.

Michael Yates Crowley

Ulrich Greb

Premiere: 18.02.2017

UA

Regie: Ulrich Greb

Reutlingen Die Tonne

Anna Karenina

Lew Tolstoi

Rosemarie Tietze

Premiere: 09.02.2017

Regie: Maroin Schneider-Bast

Landestheater Thüringen

Die Bibel

The Bible

Niklas Rådström

Steffen Mensching

Premiere: 28.01.2017

DSE

Regie: Aljendro Quintana

Deutsches Theater Göttingen

Sofja

Anne Jelena Schulte

Premiere: 22.12.2016

Uraufführung

Regie: Antje Thoms

Altonaer Theater

Der Weihnachtshasser

Michael Ehnert

Premiere: 26.11.2016

Wiederaufnahme

Landesbühnen Sachsen

Fisch zu viert

Wolfgang Kohlhaase

Rita Zimmer-Gawrikow

Premiere: 26.11.2016

Kooperation mit dem Theaterkahn Dresden

Regie: Peter Kube

Premieren Archiv

Alfred de Musset

Man spielt nicht mit der Liebe

On ne badine pas avec l’amour

Bühnenfassung und Übersetzung aus dem Französischen von Sigrid Behrens

3 D | 4 H
Chor, Bauern, Diener

Der Baron möchte seinen Sohn Perdican mit dessen Cousine Camille verheiraten. An sich spricht nichts dagegen, denn früher konnten sich beide gut leiden, jetzt sind sie in heiratsfähigem Alter und noch ungebunden. Doch ein erstes Treffen läuft mehr als nur enttäuschend ab: Während Perdican Bereitschaft zeigt, Camille zu heiraten, reagiert letztere unterkühlt und abweisend. Dass die Erzieher Dame Pluche und Meister Blasius sowie nicht zuletzt der Pfarrer Meister Bridaine auch noch ihren Senf dazu geben, macht die Sache nicht einfacher. Camille erklärt ihre Absicht, ins Kloster zu gehen, und Perdican fasst den Plan Camille mit der naiven Rosette eifersüchtig zu machen. Jener verspricht er kurzerhand die Hochzeit und nimmt dabei in Kauf, dass das Mädchen zum Gespött der Leute wird. Als sich Camille und Perdican schließlich aussprechen und sich doch ihre Gefühle füreinander eingestehen, hat das tragische Konsequenzen.

Sigrid Behrens hat MAN SPIELT NICHT MIT DER LIEBE (3 D | 4 H) des Romantikers Alfred de Musset eindrücklich neu gefasst: Wortwitz wechselt da mit sprachlichem Taumel, trockene Bonmots mit hintersinniger Poesie. Bereits zum Lesen ist die Übertragung und Neufassung des Werkes von 1834 eine wahre Freude. Das Original des Lustspiels mit tragischem Ende ist auch als Abrechnung des Autors mit seiner kurzen Romanze mit der Autorin George Sand zu sehen.

 

Sprichworte sind etwas Feines. Wir ignorieren sie pausenlos, allein um des Vergnügens Willen, ihren Wahrheitsgehalt zu bekräftigen. Im Sinne von: Was hab ich gesagt? Mit der Liebe spielt man nicht! Reden könnt ihr später, nur schweigen ist Gold! Ach, und du da, Dramatiker, der du bist, kill mal deine Darlings, so kommst du doch nie auf den Punkt!

Alfred de Musset, daran habe ich keinen Zweifel mehr, ist einer von uns. Romantiker, der er ist, in Liebesdingen tief getroffen (Danke, George Sand), spielt er, redet er, lässt reden und bringt die Falschen um die Ecke. Verpackt seine Abrechnung in ein launiges Kammerspiel, mit präzisen Symmetrien, was Aufbau, Schauplätze und Figurenkonstellationen betrifft; zieht – Poet, der er ist – das gesprochene Wort der Handlung vor; behauptet ein Experiment, das in seiner vermeintlichen Harmlosigkeit lange an Marivaux gemahnt. Bis plötzlich alles gesagt ist und gar nichts mehr, wie es vorher war. Keiner ist glücklich, dafür jeder irgendwie tot; der Vorhang fällt, guillotinengleich, und das mit der Zukunft hat sich erledigt. Dramatikerin, die ich bin, haut mich das um. Und steigert mein Fassungsvergnügen ins Unermessliche. Solche Texte will ich, solche, die witzig sind, schlagfertig, erschütternd, kompromisslos und klug. Die sich selbst vorführen. Die auch heute noch, bald 200 Jahre nach ihrer Entstehung, nichts von ihrer Wahrheit eingebüßt haben. Mit der Liebe zu spielen, das habe ich mir abgewöhnt, bringt nur Ärger. Dafür spiele ich jetzt mit Musset. Ich liebe es. -- Sigrid Behrens, 2016

Aufführungsgeschichte

Premiere 21.01.2017 am Schleswig-Holsteinischen Landestheater

(Regie: Wolfram Apprich)

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