Verlagsgeschichte

Die DREI MASKEN VERLAG GMBH ist einer der ältesten Theaterverlage Deutschlands und gehört zu den renommierten und traditionsreichen Verlagen seiner Branche.

Gegründet wurde die DREI MASKEN VERLAG GMBH am 24. November 1910 in München als Bühnen- und Musikverlag. Bereits 1912 verlegte der Verlagsgründer Ludwig Friedmann, der vornehmlich die Gebiete Oper und Operette, Tanz- und Schlagermusik, sowie Unterhaltungsliteratur gepflegt hatte, sein Unternehmen nach Berlin. 1920 rief er unter der gleichen Bezeichnung einen musikliterarischen Buchverlag ins Leben, der sich in München etablierte.

Dem Drei Masken Verlag gehörten u.a. Komponisten wie Abraham, Benatzky, Burkhard, Dostal, Lehár, Kalman, Künneke, Kollo, Stolz und Strauß an. 1922 wurde das Unternehmen in die DREI MASKEN VERLAGS AG umgewandelt und zog wieder nach München. Im gleichen Jahr wurde in Wien ein weiteres Haus gegründet.

Ende der 20iger Jahre wurde der Buchverlag ausgegliedert und verselbstständigt.

1931 wurden der Münchner Buchverlag und der Bühnenvertrieb, die selbstständig blieben, nach Berlin verlegt. Der DREI MASKEN VERLAG gehörte inzwischen zu den weltweit größten Unternehmen dieser Branche. Nach der Liquidierung des jüdischen Unternehmens trennten sich 1934 Buch- und Bühnenverlag vom Musikverlag, der von nun an unter dem Namen DREIKLANG DREIMASKEN BÜHNEN- UND MUSIKVERLAG GMBH bis heute weiter existiert. Der Berliner Verlagssitz fiel 1943 einem Bombenangriff zum Opfer. Nach Kriegsende erhielt der Bühnenverlag von der sowjetischen Besatzung die erste Lizenz zur Wiederaufnahme seiner Arbeit. Der Buchverlag wurde eingestellt.

1951 kehrte der Bühnenvertrieb an seinen Gründungsort München zurück.

Bis zur deutschen Wiedervereinigung vertrat der DREI MASKEN VERLAG in Westdeutschland und im deutschsprachigen Ausland einen Großteil der ostdeutschen und aus dem östlichen Sprachraum stammenden Autoren. Bereits seit den 30iger Jahren existiert eine besondere Affinität russischer und slawischer Autoren zum Verlag. So ist eine Vielzahl der frühen Theaterstücke von V. Slawkin, G. Gorin, L. Petruschewskaja, L. Rasumowskaja, A. Kostinskij, T. Petkevitsch u.v.a. im Verlag beheimatet.

Die Werke großer Autoren des 20. Jahrhunderts stehen für die Tradition und lebendige Gegenwart des Bühnenverlages – wie August Strindberg (Gesamtwerk in der noch vom Autor autorisierten Übersetzung von Schering), Frank Wedekind (bis zum Ablauf der Schutzfrist 1988), Marcel Pagnol, Karl Schönherr (Subvertrieb PERO Verlag Wien) oder Karl Valentin (Gesamtwerk), sowie eine Reihe von neueren Übersetzungen moderner oder klassischer Autoren – z.B. die kongenialen Gorki-Übertragungen von Rainer Kirsch, Alexander Nitzbergs Übersetzungen russischer Meisterwerke (u.a. von Dostojewski, Gogol, Ostrowskij, Sawinkow und Tschechow), die neuen Strindberg-Übersetzungen von Christine Richter-Nilsson und Bo Magnus Nilsson, die Sophokles- und Aischylos-Übertragungen von Dietrich Ebener, Sigrid Behrens Übersetzungen französischer Klassiker oder, Michael Raabs J.B. Priestley-Übersetzungen. Bis Ende des 20. Jahrhunderts prägten im deutschsprachigen Bereich vor allem das dramatische Gesamtwerk von Peter Hacks das Verlagsprofil, neben Hartmut Lange, Carl Amery, Wolfgang Kohlhaase, Jörg Graser (die frühen Stücke), Klaus Rohleder, Franz Kranewitter, Jochen Berg, Dirk Heidicke, Gerhard Kelling, Philip Arp, Peter Siefert, Peter Märthesheimer, den frühen Werken Fritz Katers und Bearbeitungen von Armin Petras und mit Beginn des 21. Jahrhunderts eine Reihe von jungen Gegenwartsdramatikerinnen und -dramatikern.

Seit Anbeginn werden auch Autoren von musik-dramatischen Werken, Märchen, Kinderstücken, Hörspielen sowie Fernsehdrehbüchern/Filmscripts (u.a. Fatih Akin, Chris Kraus, Dominique Lorenz) vertreten.

Das literarisch versierte Unterhaltungstheater mit Komödien (z.B. „Fisch zu viert“, „Heiraten ist immer ein Risiko“ oder „Ein Inspektor kommt“), Schwänken und Dialektstücken („Wer hat Angst vorm weißen Mann“, „Krach um Jolanthe"), unterstreichen die Vielseitigkeit des Verlages.

Die Entdeckung zeitgenössischer Dramatikerinnen und Dramatiker steht nach wie vor im Mittelpunkt der Verlagsarbeit. Hierfür steht eine neue Generation von deutsch- und fremdsprachigen Autorinnen und Autoren sowohl im Kinder- und Jugendtheater als auch im Erwachsenentheater, wie beispielsweise Sigrid Behrens, Christina Kettering, Marisa Wendt, Carsten Brandau und Daniel Ratthei.

Dem Drei Masken Verlag obliegt die Vertretung der Bühnenwerke des Wiener PERO Verlages in Deutschland.

Darüber hinaus vertritt der Drei Masken Verlag die Theaterrechte ausgewählter Prosawerke von Autorinnen und Autoren aus folgenden Verlagshäusern: dtv, Carl Hanser Verlag, März, Belleville, Eulenspiegel, Galiani, Random House, Tulipan.

Um den deutschsprachigen NachwuchsdramatikerInnen bessere Startbedingungen zu ermöglichen und sie für einige Zeit mit einer gewissen finanziellen Unabhängigkeit auszustatten, wird der „Münchner Förderpreis für deutschsprachige Dramatik“ der Stadt München alle zwei Jahre in Kooperation mit den Münchner Kammerspielen und dem Drei Masken Verlag ausgeschrieben. Er wird gestiftet von der Edith-und-Werner-Rieder-Stiftung.